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E-Business / E-Commerce
Stand: 2011-12-09
Begriffe mit einem vorgestellten "E" für
"electronic" sind derzeit groß in Mode, so dass man schon von einer
E-Cultur
sprechen kann.
Wahrscheinlich wird sich die Mehrheit schwer tun, diese Begriffe aus
dem Stegreif erklären zu können. Deshalb dieser Versuch, ein wenig
Licht ins Dunkel zu bringen. Eine Vielzahl von weiteren E-Business-Begriffen
sind im folgenden mit dem Glossar verlinkt, wo sie Erklärungen und
Beispiele finden.
Was ist E-Business bzw. E-Commerce?
Unter E-Business
versteht man alle Formen von elektronischen Geschäftsprozessen,
unter E-Commerce
"nur" den Handel von Waren und Dienstleistungen über elektronische
Medien, wie das Internet.
Firmen, die sich dem E-Business widmen, stehen bei Aktionären
hoch im Kurs. Man toleriert sogar, dass diese Firmen Verluste machen.
Deren Aktienwert lässt einige etablierte Firmen (man spricht gerne
von der "Old Economy") alt aussehen.
Die Zukunft wird zeigen, ob sie dem momentanen Vertrauensvorschuss bzw.
Erwartungspotenzial gerecht werden können. Die Möglichkeiten
von elektronischen Geschäftsprozessen sind jedoch gewaltig.
Was gehört dazu?
Eine Vielzahl von Geschäftsprozessen lassen sich bereits elektronisch
abbilden.
Bauernregel des E-Business:
Man nehme ein "E-" und hänge die englische Bezeichnung dran und schon
hat man einen modern klingenden Begriff:
E-Advising (anleiten, beraten),
E-Auction
(Versteigerung), E-Bonding (Kundenbindung),
E-Book
(papierlose Bücher),
E-Cash (Zahlungsverkehr),
E-Catalog
(Kataloge),
E-Commerce (Handel), E-Consulting
(Beratung),
E-Education (Bildung),
E-Government (staatliche Geschäftsprozesse),
E-Intermediary (Vermittlung),
E-Learning (Lernen),
E-Mail
(Post), E-Mall (Einkaufspassage),
E-Market
(Markt) bzw. E-Marketplace (Marktplatz),
E-Payment
(Zahlungsverkehr), E-Procurement
(Einkauf), E-Publishing (Veröffentlichen),
E-Service
(Service-Dienstleistungen),
E-Shop (Geschäft),
E-Submission
(Ausschreibung), E-Taxes (Steuer), E-Vote
(Wahlen), E-Zine (Zeitschrift).
Wird das Ganze mobil, spricht man von M-Business
bzw. M-Commerce.
Ruft jedoch ein Fernsehzuschauer nach einer Dauerwerbesendung die eingeblendete
Hotline-Nummer an, kann er das gezeigte Produkt telefonisch bestellen.
Diese Form des E-Business wird in Fachkreisen gerne V-Commerce
(V von Voice, also Sprache) genannt.
Unterschiede können durchaus in der "Weiterverarbeitung der Sprache"
des Anrufers bestehen:
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Der Anruf kann von einer Person entgegengenommen werden:
"Hallo, hier ist die Firma XY, mein Name ist YZ. Wie
kann ich Ihnen helfen?" |
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Es könnte ein Anrufbeantworter sein:
"Geben Sie bitte Ihre Kundennummer, die Bestellnummern
der gewünschten Produkte und die Menge an!" |
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Oder ein automatisiertes Bestellsystem:
"Wenn Sie Telefon mit Tonwahl haben wählen jetzt
Sie '1' für eine Bestellung" ... "Tippen Sie jetzt bitte die Produktnummer
ein" ... "Und nun die Menge!" ... "Um ein weiteres Produkt zu bestellen,
wählen Sie '1', zum Beenden '2'." |
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Möglich wären auch Systeme mit Spracherkennung, Sprachsteuerung
(Voice-Browser) und Sprachsynthese
(Text-to-Speech). Das gesprochene
Wort wird vom System erkannt und weiterverarbeitet.
Der Anrufer wählt sich z.B. mit "Börse" aus den angeboten
Optionen "Wetter", "Börse", "Straßenzustand", "Kurznachrichten"
in den Börsendienst ein und nennt dann das gewünschte Wertpapier.
Per Sprachsynthese werden dann die Kurswerte in eine einigermaßen
verständliche Maschinensprache umgesetzt. |
Bereits zu den Klassikern des E-Business gehören das Telebanking
und Teleshopping.
Weitere Informationen und Beispiele finden Sie auf den Kurs-Seiten
"Homebanking/Onlinebanking" und "E-Shopping
im Internet".
Beim Online-Banking und -Shopping handelt es sich
um eine Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen ("business")
und Endkunden ("customer" bzw. "consumer"). Neudeutsch auch oft als Business-to-Consumer
oder abgekürzt auch B-to-C
bzw. B2C bezeichnet.
Von einer Customer-to-Customer-Beziehung
(C-to-C
oder C2C) spricht man, wenn Verbraucher
privat untereinander handeln.
Beispiele wären Kleinanzeigenbörsen der Art "Biete 4 Winterreifen
auf Felge", "Suche Mitfahrgelegenheit nach Buxtehude", die es zahlreich
im Netz gibt. Hier kommt es oft mehr auf den lokalen Bereich an. Denn was
nützen "5 Festmeter Kaminholz 65,- Euro" in München einem Interessenten
in Flensburg?
Bei Geschäftsbeziehungen zwischen staatlichen
Stellen und Behörden (englisch "administration"), die besonderen Gesetzen
unterliegen, spricht man von A-to-A
bzw. A2A, A-to-B
bzw. A2B oder auch A-to-C
bzw.A2C.
Eine weitere Sonderform wäre "Business-to-Employee"
(B-to-E bzw. B2E)
für Geschäftsbeziehungen und Kommunikation eines Unternehmens
(business) und seinen Angestellten (employee).
Beispiele:
C2C bzw. B2C-Beispiel:
eBay, ein "unbegrenzter
Flohmarkt", wo jeder rund um die Uhr stöbern, mitbieten und verkaufen
kann:
http://www.ebay.de/
(Stand 2011-09)
B2B-Beispiele:
B2C-Beispiel:
Gebrauchtwagenbörse im Internet mit überzeugendem Suchmenue und
funktioneller Oberfläche:
http://www.faircar.de/
(Stand 2009-10)
Business-to-Business
oder die Kürzel B-to-B
bzw. B2B ist das neue
Zauberwort der Wirtschaft. Gemeint ist der Online-Handel von Unternehmen
untereinander. Künftig sollen immer mehr Rohstoffe und Zulieferteile
elektronisch bestellt werden. Dadurch sind enorme Einsparungen von Zeit
und Geld möglich. Hier einige Beispiele:
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schneller:
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Für beide Seiten verkürzt sich der Bestellprozess. Bestellungen
werden direkt zwischen den Rechnern von Kunde und Lieferant ausgetauscht.
Sie können sogar automatisch ablaufen.
Herstellungs- und Vertriebsprozesse werden beschleunigt. |
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billiger:
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Beschaffungs-, Lager-, Personal- und Kommunikationskosten werden gesenkt.
Aus den Produktionsdaten kann der tatsächliche Materialbedarf
ermittelt werden, der dann "online" bei den jeweiligen Herstellern bestellt
wird. Dieser liefert zum gewünschten Termin. Bei "Just In Time"-Lieferungen
werden zudem Lagerkosten eingespart bzw. vermieden. |
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Wenn sich mehrere Unternehmen (z.B. Autohersteller) zur Beschaffung
zusammenschließen, ergeben sich durch höhere Stückzahlen
weitere Kostenvorteile. |
| transparenter: |
Der Wettbewerb wird (zum Nachteil der Lieferanten) transparenter, da
Produkte und deren Preise sich einfacher vergleichen lassen. |
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weltweit:
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Die Standorte von Kunde und Lieferant sind für die elektronische
Kopplung nicht entscheidend, wohl aber mögliche Transportkosten. |
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preisgünstig:
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Die Einkaufsabteilung pflegt einen internen digitalen Waren-Katalog
mit allen Produkten von allen zugelassenen Lieferanten. Stehen für
Erzeugnisse gleicher Qualität mehrere Lieferanten zur Verfügung,
kann automatisch beim momentan Günstigsten bestellt werden. |
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Preisdruck:
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Außerdem lassen sich Ausschreibungen im Internet publizieren.
Mögliche Lieferanten können online die Angebote der Konkurrenz
sehen. Sie müssen sich also, zum Vorteil des Bestellers, gegenseitig
unterbieten, um den Auftrag zu ergattern. |
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Eine der treibenden Kräfte ist die Autoindustrie. Kein Wunder: Tausende
Teile stecken in einem Auto, die alle bestellt, geliefert und bezahlt werden
müssen.
Auch konkurrierende Unternehmen (BASF, Henkel, Degussa-Hüls,
Metallgesellschaft zusammen mit SAP) haben
bereits einen gemeinsamen Marktplatz gegründet, um ihren Industrie-Kunden
alles aus einer Hand bieten zu können.
Man spricht auch von "Branchenspezifischen
Plattformen" oder "Business-Portalen".
Diese sind in der Regel nicht öffentlich, sondern nur geschlossenen
Benutzergruppen zugänglich.
Firmen die dem Trend der Zeit nicht folgen, werden den Anschluss verlieren.
Oder drastischer formuliert: Die Schnelleren werden die Langsameren fressen!
Auch dies sei erwähnt:
Arbeitsplätze von Einkäufern, Distributoren, Vertretern oder
Agenten sind in Folge der Rationalisierungsmaßnahmen gefährdet.
Andererseits rüsten Zustelldienste auf. Denn durch diese werden
letztlich die online bestellten Produkte an Ihre Haustür geliefert.
Voraussetzungen für Business-to-Business
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Zwischen Kunde und Lieferant muss ein (vertraglich fixiertes) Vertrauensverhältnis
bestehen, da viele Prozessschritte bis zum Bezahlen automatisch erfolgen
können. |
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Es muss ein Standard gefunden werden, um einen Datenaustausch zwischen
den beteiligten Rechnersystemen zu gewährleisten (siehe auch EDIFACT). |
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Sichere Übertragungswege oder Methoden (Verschlüsselung,
digitale Unterschrift, Login) sind notwendig.
Die Vertraulichkeit der Geschäftsbeziehungen muss auch im Internet
garantiert werden, wie man es z.B. vom Homebanking
her kennt. |
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E-Business-Beispiele
"Alles fürs Büro aus einer Hand für Gewerbe, Handel,
Industrie und Behörden" gibt es bei
KAUT-BULLINGER-Gruppe:
http://www.kabuco.de/
(Stand 2011-09)
Lieferung per Internet
Für viele Übersetzerbüros ist die E-Mail
ein elementares Medium für das E-Business. Die zu übersetzenden
Texte werden als "Rohstoff" per E-Mail empfangen und "veredelt", d.h. übersetzt,
an den Auftraggeber zurück geliefert.
Mittlerweile gibt es schon einige Dienstleister, die Beratertätigkeiten
über eine Kombination der Medien Telefon, Fax und E-Mail anbieten.
Hier spricht man von E-Consulting.
Beispiele wären Auskunft- und Nachrichtendienste, Auswertungen, Finanzdienstleistungen,
Vertrags- und Patentanwälte, Historienforscher u.a.
Bei Geschäftsformen wie Audio-On-Demand,
Books-On-Demand
oder Video-On-Demand werden Musikstücke,
Bücher oder Videos als Datei (per E-Mail
oder Download) nach der Bestellung ("demand")
geliefert.
E-Payment
Mit dem bargeldlosen Bezahlen im Internet hapert es noch. Von einer
Vielzahl vorgestellter Systeme hat sich noch keines so richtig durchsetzen
können. Gute Chancen hätte HBCI
(Details auf Kurs-Seite "Homebanking/Onlinebanking"). Mal
sehen, wie lange es dauert, bis es ein System gibt, das zum Bezahlen in
E-Shops
so verbreitet ist, wie die Möglichkeit mit der EC-Karte in "richtigen"
Geschäften bargeldlos zu zahlen. Derzeit kann unter Angabe der Kreditkartennummer
in vielen Fällen bezahlt werden. Dazu sollte aber, aus Sicherheitsgründen,
die Übertragung nur über eine gesicherte Verbindung erfolgen
(siehe SHTTP) und der Anbieter vertrauenswürdig
sein. Das dürfte sicherer sein, als in einem Restaurant zum Zahlen
die Kreditkarte auf den Teller zu legen. Wer weiß, was im Hinterzimmer
mit der Karte geschieht?
Weitere praxisnahe Informationen zum Thema E-Commerce
bietet Ihnen das deutsche Forum "Electronic Commerce InfoNet" (ECIN) unter
http://www.ecin.de/
(Stand 2011-09).
Eine private aber informative Seite zum Thema eCommerce
zur weiteren Vertiefung mit Analysen, Fakten und Hintergründen
finden Sie unter
http://www.bizbird.de/
[Stand 2011-09]
© Bernd Zimmermann 1997-2012 |