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E-Business / E-Commerce  Stand: 2016-02-03

Begriffe mit einem vorgestellten "E" für "electronic" sind derzeit groß in Mode, so dass man schon von einer E-Cultur sprechen kann.
Wahrscheinlich wird sich die Mehrheit schwer tun, diese Begriffe aus dem Stegreif erklären zu können. Deshalb dieser Versuch, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Eine Vielzahl von weiteren E-Business-Begriffen sind im folgenden mit dem Glossar verlinkt, wo sie Erklärungen und Beispiele finden.


Was ist E-Business bzw. E-Commerce?
Unter E-Business versteht man alle Formen von elektronischen Geschäftsprozessen, unter E-Commerce "nur" den Handel von Waren und Dienstleistungen über elektronische Medien, wie das Internet.
Firmen, die sich dem E-Business widmen, stehen bei Aktionären hoch im Kurs. Man toleriert sogar, dass diese Firmen Verluste machen.
Deren Aktienwert lässt einige etablierte Firmen (man spricht gerne von der "Old Economy") alt aussehen. Die Zukunft wird zeigen, ob sie dem momentanen Vertrauensvorschuss bzw. Erwartungspotenzial gerecht werden können. Die Möglichkeiten von elektronischen Geschäftsprozessen sind jedoch gewaltig.

Was gehört dazu?
Eine Vielzahl von Geschäftsprozessen lassen sich bereits elektronisch abbilden.
Bauernregel des E-Business: Man nehme ein "E-" und hänge die englische Bezeichnung dran und schon hat man einen modern klingenden Begriff: 
E-Advising (anleiten, beraten), E-Auction (Versteigerung), E-Bonding (Kundenbindung), E-Book (papierlose Bücher), E-Cash (Zahlungsverkehr), E-Catalog (Kataloge), E-Commerce (Handel), E-Consulting (Beratung), E-Education (Bildung), E-Government (staatliche Geschäftsprozesse), E-Intermediary (Vermittlung), E-Learning (Lernen), E-Mail (Post), E-Mall (Einkaufspassage), E-Market (Markt) bzw. E-Marketplace (Marktplatz), E-Payment (Zahlungsverkehr), E-Procurement (Einkauf), E-Publishing (Veröffentlichen), E-Service (Service-Dienstleistungen), E-Shop (Geschäft), E-Submission (Ausschreibung), E-Taxes (Steuer), E-Vote (Wahlen), E-Zine (Zeitschrift). 
Wird das Ganze mobil, spricht man von M-Business bzw. M-Commerce.

Ruft jedoch ein Fernsehzuschauer nach einer Dauerwerbesendung die eingeblendete Hotline-Nummer an, kann er das gezeigte Produkt telefonisch bestellen.
Diese Form des E-Business wird in Fachkreisen gerne V-Commerce (V von Voice, also Sprache) genannt.
Unterschiede können durchaus in der "Weiterverarbeitung der Sprache" des Anrufers bestehen:
* Der Anruf kann von einer Person entgegengenommen werden:
"Hallo, hier ist die Firma XY, mein Name ist YZ. Wie kann ich Ihnen helfen?"
* Es könnte ein Anrufbeantworter sein: 
"Geben Sie bitte Ihre Kundennummer, die Bestellnummern der gewünschten Produkte und die Menge an!"
* Oder ein automatisiertes Bestellsystem:
"Wenn Sie Telefon mit Tonwahl haben wählen jetzt Sie '1' für eine Bestellung" ... "Tippen Sie jetzt bitte die Produktnummer ein" ... "Und nun die Menge!" ... "Um ein weiteres Produkt zu bestellen, wählen Sie '1', zum Beenden '2'." 
* Möglich wären auch Systeme mit Spracherkennung, Sprachsteuerung (Voice-Browser) und Sprachsynthese (Text-to-Speech). Das gesprochene Wort wird vom System erkannt und weiterverarbeitet. 
Der Anrufer wählt sich z.B. mit "Börse" aus den angeboten Optionen "Wetter", "Börse", "Straßenzustand", "Kurznachrichten" in den Börsendienst ein und nennt dann das gewünschte Wertpapier. Per Sprachsynthese werden dann die Kurswerte in eine einigermaßen verständliche Maschinensprache umgesetzt.

Bereits zu den Klassikern des E-Business gehören das Telebanking und Teleshopping.
Weitere Informationen und Beispiele finden Sie auf den Kurs-Seiten "Homebanking/Onlinebanking" und "E-Shopping im Internet". 

Beim Online-Banking und -Shopping handelt es sich um eine Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen ("business") und Endkunden ("customer" bzw. "consumer"). Neudeutsch auch oft als Business-to-Consumer oder abgekürzt auch B-to-C bzw. B2C bezeichnet.

Von einer Customer-to-Customer-Beziehung (C-to-C oder C2C) spricht man, wenn Verbraucher privat untereinander handeln. 
Beispiele wären Kleinanzeigenbörsen der Art "Biete 4 Winterreifen auf Felge", "Suche Mitfahrgelegenheit nach Buxtehude", die es zahlreich im Netz gibt. Hier kommt es oft mehr auf den lokalen Bereich an. Denn was nützen "5 Festmeter Kaminholz 65,- Euro" in München einem Interessenten in Flensburg?

Bei Geschäftsbeziehungen zwischen staatlichen Stellen und Behörden (englisch "administration"), die besonderen Gesetzen unterliegen, spricht man von A-to-A bzw. A2A, A-to-B bzw. A2B oder auch A-to-C bzw.A2C

Beispiele:
*C2C bzw. B2C-Beispiel:
eBay, ein "unbegrenzter Flohmarkt", wo jeder rund um die Uhr stöbern, mitbieten und verkaufen kann:
http://www.ebay.de/  (Stand 2015-07) 

* B2B-Beispiele:
Logo Internetone
Anbieter von Internet-Marketing-Dienstleistungen für andere Unternehmen: 
http://www.internetone.de/  (Stand 2016-01) 


* B2C-Beispiel:
Gebrauchtwagenbörse im Internet mit überzeugendem Suchmenue und funktioneller Oberfläche:
http://www.faircar.de/ (Stand 2015-07)

Eine weitere Sonderform wäre "Business-to-Employee" (B-to-E bzw. B2E) für Geschäftsbeziehungen und Kommunikation eines Unternehmens (Business) und seinen Angestellten (Employee).
In vielen Unternehmen werden Mitarbeiterbefragungen von externen Firmen durchgeführt, die darauf spezialisiert sind. Sie helfen bei der Konzeption, Durchführung und Analyse der Befragung.
Wenn jeder Mitarbeiter eine E-Mail-Adresse hat, ist eine Online-Abfrage möglich und zudem kostengünstiger.
Mitarbeiterbefragungen werden aus Gründen der Datenschutzes anonymisiert und auf freiwilliger Basis durchgeführt. Nur so kann eine hohe Beteiligung mit einem reellen Feedback der Mitarbeiter erreicht werden, ohne dass diese (gerade bei sensiblen Themen wie Betriebsklima, Zufriedenheit, Motivation, Arbeitsbelastung, Förderung, ...) Angst vor Repressalien haben müssen.
Beispiel eines solchen Dienstleisters wäre mitarbeiterbefragungen.de (Stand 2014-10)


Business-to-Business
oder die Kürzel B-to-B bzw. B2B ist das neue Zauberwort der Wirtschaft. Gemeint ist der Online-Handel von Unternehmen untereinander. Künftig sollen immer mehr Rohstoffe und Zulieferteile elektronisch bestellt werden. Dadurch sind enorme Einsparungen von Zeit und Geld möglich. Hier einige Beispiele: 
schneller:
Für beide Seiten verkürzt sich der Bestellprozess. Bestellungen werden direkt zwischen den Rechnern von Kunde und Lieferant ausgetauscht. Sie können sogar automatisch ablaufen. 
Herstellungs- und Vertriebsprozesse werden beschleunigt. 
billiger:
Beschaffungs-, Lager-, Personal- und Kommunikationskosten werden gesenkt.
Aus den Produktionsdaten kann der tatsächliche Materialbedarf ermittelt werden, der dann "online" bei den jeweiligen Herstellern bestellt wird. Dieser liefert zum gewünschten Termin. Bei "Just In Time"-Lieferungen werden zudem Lagerkosten eingespart bzw. vermieden. 
  Wenn sich mehrere Unternehmen (z.B. Autohersteller) zur Beschaffung zusammenschließen, ergeben sich durch höhere Stückzahlen weitere Kostenvorteile.
transparenter: Der Wettbewerb wird (zum Nachteil der Lieferanten) transparenter, da Produkte und deren Preise sich einfacher vergleichen lassen.
weltweit:
Die Standorte von Kunde und Lieferant sind für die elektronische Kopplung nicht entscheidend, wohl aber mögliche Transportkosten.
preisgünstig:
Die Einkaufsabteilung pflegt einen internen digitalen Waren-Katalog mit allen Produkten von allen zugelassenen Lieferanten. Stehen für Erzeugnisse gleicher Qualität mehrere Lieferanten zur Verfügung, kann automatisch beim momentan Günstigsten bestellt werden. 
Preisdruck:
Außerdem lassen sich Ausschreibungen im Internet publizieren. Mögliche Lieferanten können online die Angebote der Konkurrenz sehen. Sie müssen sich also, zum Vorteil des Bestellers, gegenseitig unterbieten, um den Auftrag zu ergattern.

Eine der treibenden Kräfte ist die Autoindustrie. Kein Wunder: Tausende Teile stecken in einem Auto, die alle bestellt, geliefert und bezahlt werden müssen. 
Auch konkurrierende Unternehmen (BASF, Henkel, Degussa-Hüls, Metallgesellschaft zusammen mit SAP) haben bereits einen gemeinsamen Marktplatz gegründet, um ihren Industrie-Kunden alles aus einer Hand bieten zu können.
Man spricht auch von "Branchenspezifischen Plattformen" oder "Business-Portalen". Diese sind in der Regel nicht öffentlich, sondern nur geschlossenen Benutzergruppen zugänglich. 
Firmen die dem Trend der Zeit nicht folgen, werden den Anschluss verlieren. Oder drastischer formuliert: Die Schnelleren werden die Langsameren fressen!

Auch dies sei erwähnt:
Arbeitsplätze von Einkäufern, Distributoren, Vertretern oder Agenten sind in Folge der Rationalisierungsmaßnahmen gefährdet.
Andererseits rüsten Zustelldienste auf. Denn durch diese werden letztlich die online bestellten Produkte an Ihre Haustür geliefert.


Voraussetzungen für Business-to-Business
* Zwischen Kunde und Lieferant muss ein (vertraglich fixiertes) Vertrauensverhältnis bestehen, da viele Prozessschritte bis zum Bezahlen automatisch erfolgen können. 
* Es muss ein Standard gefunden werden, um einen Datenaustausch zwischen den beteiligten Rechnersystemen zu gewährleisten (siehe auch EDIFACT).
* Sichere Übertragungswege oder Methoden (Verschlüsselung, digitale Unterschrift, Login) sind notwendig. Die Vertraulichkeit der Geschäftsbeziehungen muss auch im Internet garantiert werden, wie man es z.B. vom Homebanking her kennt.


E-Business-Beispiele
Oft finden Sie die Zahl 24 in Internetadressen von Online-Shops.
Dies soll ausdrücken, dass der Shop oder die Dienstleistung rund um die Uhr, also 24 Stunden für Sie erreichbar ist.


Lieferung per Internet
Für viele Übersetzerbüros ist die E-Mail ein elementares Medium für das E-Business. Die zu übersetzenden Texte werden als "Rohstoff" per E-Mail empfangen und "veredelt", d.h. übersetzt, an den Auftraggeber zurück geliefert.
Mittlerweile gibt es schon einige Dienstleister, die Beratertätigkeiten über eine Kombination der Medien Telefon, Fax und E-Mail anbieten. Hier spricht man von E-Consulting. Beispiele wären Auskunft- und Nachrichtendienste, Auswertungen, Finanzdienstleistungen, Vertrags- und Patentanwälte, Historienforscher u.a.
Bei Geschäftsformen wie Audio-On-Demand, Books-On-Demand oder Video-On-Demand werden Musikstücke, Bücher oder Videos als Datei (per E-Mail oder Download) nach der Bestellung ("demand") geliefert.


E-Payment
Mit dem bargeldlosen Bezahlen im Internet hapert es noch. Von einer Vielzahl vorgestellter Systeme hat sich noch keines so richtig durchsetzen können. Gute Chancen hätte HBCI (Details auf Kurs-Seite "Homebanking/Onlinebanking"). Mal sehen, wie lange es dauert, bis es ein System gibt, das zum Bezahlen in E-Shops so verbreitet ist, wie die Möglichkeit mit der EC-Karte in "richtigen" Geschäften bargeldlos zu zahlen. Derzeit kann unter Angabe der Kreditkartennummer in vielen Fällen bezahlt werden. Dazu sollte aber, aus Sicherheitsgründen, die Übertragung nur über eine gesicherte Verbindung erfolgen (siehe SHTTP) und der Anbieter vertrauenswürdig sein. Das dürfte sicherer sein, als in einem Restaurant zum Zahlen die Kreditkarte auf den Teller zu legen. Wer weiß, was im Hinterzimmer mit der Karte geschieht?


Weitere praxisnahe Informationen zum Thema E-Commerce bietet Ihnen das deutsche Forum "Electronic Commerce InfoNet" (ECIN) unter http://www.ecin.de/ (Stand 2011-09).


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