Zensur Im Internet gilt das ungeschriebene Gesetz der unzensierten Rede- und Meinungsfreiheit. Seit Kinderpornos und militante Rechte im Weltnetz Skandale auslösten, fordern immer mehr Regierungen eine digitale Zensur. Die USA verabschiedeten Anfang Februar 1996 den "Communications Decency Act". Das Gesetz belegt "die elektronische Verbreitung von unanständigem" Material mit schweren Strafen. Allerdings ist dieser "Freiheit" mit nationalen Gesetzgebungen nicht beizukommen. So sind internationale Übereinkommen gefragt. Deshalb gehört diese Meldung vom Mai 2002 eigentlich mehr zur Lachnummer in Internetkreisen und beweist die Weltfremdheit von Politikern: "Das türkische Parlament hat ein Gesetz beschlossen, wonach WWW-Inhalte vor der Veröffentlichung erst in 2facher Ausfertigung auf Papier [!] an eine Prüfungsbehörde übergeben werden müssen." Diese Art der Vorzensur wurde vom türkischen Verfassungsgericht am 2002-06-18 bestätigt und ist damit rechtskräftig! In Deutschland ist Kinderpornographie, die Verherrlichung von NS-Kriegsverbrechen oder die Leugnung des Holocaust verboten. In China muss sämtlicher Datenverkehr Regierungsserver passieren. In Anspielung an die Chinesische Mauer nennt man diese Sperr- und Überwachungstechniken auch den "Great-Firewall". Bestimmte Angebote sind ganz gesperrt oder werden gesperrt wenn bestimmte Schlüsselwort enthalten sind (wie Demokratie, der Studenten-Aufstand 1989, Falun-Gong-Sekte, Tibet, Taiwan, ...). In Internet-Cafes gibt es Aufpasser. Sogar kapitalistische Firmen wie Yahoo!, helfen politisch nicht erwünschte Inhalte bei der Internetsuche "auszublenden", um die "Staatssicherheit" nicht zu gefährden. Google hat sich 2010 aus China zurückgezogen, weil es nicht länger bereit war, Suchergebnisse gemäß chinesischer Vorgabe zu zensieren. Ein usbekischer Gast, den wir 2008 beherbergten, wunderte sich, was er in Deutschland über einen unzensierten Internetzugang alleine über Usbekistan selber finden konnte. ZIP
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