Jugendschutz
Stand: 1999-06-14
Auch ohne pädagogische Ausbildung möchte ich hier ein paar Überlegungen
zum Thema "Internet-Erziehung" geben.
Für weitere Tipps bin ich immer aufgeschlossen!
Reiz des Verbotenen
Wenn Sie Ihren Internet-Rechner vor Ihren Kindern verschließen oder
ihn zum Zwecke des Jugendschutzes mit spezieller Software ausstatten, macht
ihn das für Heranwachsende vielleicht besonders interessant.
Einige wissen ja noch aus ihrer Jugendzeit, dass gerade das Verbotene
die Neugier weckt.
Denken Sie auch daran, dass Heranwachsende durchaus kreativ sein können:
Wenn der Vater seinen Internetrechner mit allerlei Tricks "verrammelt“
hat, geht der 13jährige einfach hin und schließt den vom Vater
geerbten alten PC an Vaters Modem an. Oder er geht zu seinen Freunden,
die einen "unzensierten" Internetzugang haben.
Auseinandersetzung mit brisanten Inhalten
Die verbleibende Zeit bis zur Volljährigkeit sollte man besser aufklärerisch
nutzen.
Zeigen Sie den Kindern lieber mal eine rechtsradikale Internetseite und
diskutieren Sie über deren Inhalte.
So besteht kein Verbot, die Neugier ist vielleicht schon gestillt. Die
Heranwachsenden betrachten solche Inhalte in Zukunft kritischer.
Bauen Sie ein Vertrauensverhältnis auf, damit Sie als Ansprechpartner
akzeptiert werden.
Heranführen an Inhalte
Bringen Sie Ihre Kinder dazu, das Internet als modernes Medium zu nutzen.
Man ist oft erstaunt über deren selbstsicheren und selbstverständlichen
Umgang mit den neuen Techniken. Gewöhnen Sie sich daran, auch mal was
von den Kindern lernen zu können.
Helfen Sie ihnen, Internetseiten für ihre Hobbys bzw. Interessen zu
finden, und beurteilen Sie kritisch deren Inhalte und Qualität.
Kritische Betrachtung von Inhalten
Machen Sie transparent, warum wer welche Inhalte anbietet.
Man sollte beispielsweise erkennen, dass hinter vermeintlich informativen
Angeboten oft kommerzielle Interessen stehen.
Kontrollmöglichkeiten
Wenn Sie darauf achten, dass Ihre Kinder nicht endlos vor dem Fernseher
sitzen, sollten Sie auch deren Internet-Verhalten beaufsichtigen und gegebenenfalls
steuernd eingreifen. Dabei müssen Sie nicht unbedingt bei jeder Internet-Sitzung
dabei sein. Oft reicht ja auch ein Blick in den Cache-Speicher (siehe Netscape-Tipps).
Hier wären auch Programme sinnvoll, die den Zugriff auf Internetseiten
nicht verbieten, aber im Hintergrund protokollieren. Lassen Sie es in Verdachtsfällen
nicht an der nötigen Diplomatie fehlen, immerhin haben Sie heimlich
mitprotokolliert..
Man kennt vielleicht aus eigener Erfahrung, welche Faszination von PC-Themen
ausgehen kann.
Im Gegensatz zu PC-Spielen fällt stundenlanges Internetsurfen spätestens
bei der nächsten Telefonrechnung auf.
Hier bringt es eine detaillierte Gebührenabrechnung an den Tag, wann
und wie lange gesurft wurde.
Windows95-Anwender finden in der Datei ModemLog.txt
ebenfalls die An- und Abmeldezeiten pro Verbindung.
© Bernd Zimmermann 1997-2012
|