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Knowledge-Management (KM)
Stand: 2003-08-29
Knowledge-Management (KM), neudeutsch für Wissens-Management,
ist ein neuer Trend in vielen Firmen.
"Das Kapital liegt im Wissen der Mitarbeiter"
hört man jetzt öfter in Unternehmen.
"Wissen ist Macht" gilt natürlich
auch weiterhin, doch möchte man das Wissen der Mitarbeiter besser
nutzbar machen.
"Wenn die Firma wüsste, was sie
bereits alles weiß ..." Für dieses typische Problem
von größeren Firmen, bestehen gute Aussichten mit Internet-Techniken
Lösungen zu finden.
Worum geht es?
Ein Beispiel zur Veranschaulichung
Nehmen wir an, ein Mitarbeiter hat ein Problem eines Kunden mit einem
Produkt der Firma gelöst. Der Kunde ist letztlich zufrieden. Der Mitarbeiter
hat sich aber immerhin einige Zeit damit rumschlagen müssen.
Er hat also "Lehrgeld" zahlen müssen. Damit diese Erkenntnis
auch anderen Kollegen zur Verfügung steht und diese "das Rad nicht
noch mal erfinden müssen", publiziert der Mitarbeiter seine Erkenntnis
mit Hilfe eines Knowledge-Management-Systems (KMS) ins firmeneigene
Intranet, was über ein solches
Formular geschehen könnte:
| Tragen Sie hier Ihren Knowledge-Beitrag ein! |
Probieren Sie
es mal selber!
Bei einer echten
Anwendung würde
beim Klicken auf
"Publizieren"
der Beitrag an das
KMS übergeben. |
Diese Beitrag landet als Datei auf dem Intranet-Server und wird dort
gemäß der Felder "Betrifft" und "Klassifizierung" und seines Titels auf
einer vom Knowledge-Management-Systems generierten Indexseite "verlinkt".
Damit steht er anderen Mitarbeitern direkt zur Verfügung. Das Wissen
lässt sich über die Knowledge-Base im Firmen-Intranet
abrufen.
Wenn jetzt ein anderer Kollege ein ähnliches Problem hat, könnte
er von diesem Beitrag profitieren, vorausgesetzt, er findet ihn. Er könnte
ihn beim Durchsehen der Knowledge-Sammlung finden, was bei umfangreichen
Inhalten sehr mühsam ist. Viele Knowledge-Management-Systeme stülpen
der Knowledge-Sammlung einfach eine Suchmaschine über. Diese Funktion
bietet jede bessere Server-Software. Suchmaschinen wie AltaVista bzw.
Excite bieten hier sogar schon ihre Suchsoftware aus Werbegründen
kostenlos an.
Dies war nur ein simples Beispiel.
Konkrete Lösungen können je nach Aufgabenstellung, Tätigkeit,
Produkt, Projekt, Kunde etc. ganz anders aussehen. Wichtig ist, dass
hier gängige Internettechniken sinnvoll kombiniert werden können
und so gesammeltes Know-how nicht mehr nur in Köpfen von Mitarbeitern
oder Aktenordnern sondern unabhängig von Ort und Zeit abgerufen
werden kann.
Mögliche Lösungen und Techniken
-
Inter-/Intranet-Techniken
-
Rückgriff auf bereits bewährte Lösungen (Applikationen,
Scripts etc.)
-
Bulletin Boards, Newsgroups
-
Mailinglisten, Newsletter
-
Suchmaschine über Knowledge-Inhalte
-
Datenbanken a) zur Knowledgespeicherung oder b) zur Verwaltung
-
Scripts (CGI) zur Automation
-
E-Mails zum Versenden, Posten, Verteilen
-
CBT, CSCL,
Präsentationssoftware zur Wissensvermittlung
-
Dokumente unterschiedlicher Formate (HTML,
DOC, PDF, ...)
lassen sich einsetzen
Knowledge-Management in der Praxis
Die Bereitschaft, sein mühsam gesammeltes Wissen mit anderen zu
teilen, widerspricht in den meisten Fällen der bisherigen Berufspraxis.
Der Wissensvorsprung ist Grundlage des Geschäftes. Dies gilt auch
zwischen Mitarbeitern einer Firma, die untereinander in einer Konkurrenzsituation
stehen.
Beispiel: Ein Vertriebsmitarbeiter wird die Kenntnisse über
seine Kunden und Mitbewerber für sich behalten. Er möchte
eine hohe Provision bekommen und gleichzeitig seinen "Marktwert"
hochhalten. Es könnte ja sein, dass er mal ein interessantes Angebot von der
Konkurrenzfirma bekommt.
Wissen ist zwar Macht, gehört aber dem Unternehmen, mit dessen
Hilfe bzw. auf dessen Kosten es erworben wurde.
(Kuno van Oyten würde sagen: "Wissen ist Macht, nix wissen macht auch nichts. Man muß nur wissen, wie und wo
man es findet." )
Der Weg dahin
KM fällt nicht vom Himmel. Messbare
Ergebnisse (Aufwand/Nutzen) stellen sich oft erst nach 2 bis 3 Jahren ein.
Zuvor muss in der Regel Überzeugungsarbeit geleistet werden:
-
Ändern der Unternehmenskultur, KM ist
als Unternehmens-Ziel vereinbart
-
Die Vorteile müssen von allen Beteiligten erkannt werden
-
KM muss gelebt werden
-
Nötige Investitionen tätigen (Hard- und Software, Schulung)
-
Begleitende Workshops, Jour-Fixe (Mitarbeitertreffen, Foren)
-
Wenn erkennbar ist, dass es klappt, hilft bzw. nützt, gewinnt
das Ganze an Eigendynamik, nach dem Motto "Der Appetit kommt beim Essen"
Praxistipps
Vermeiden Sie:
-
"Input um des Inputs Willen", etwa aus Profilierungssucht
-
"Quantität statt Qualität", z.B. durch Filter- oder Kontrollfunktionen
-
"Wildwuchs"
Denken Sie an:
-
Löschen alter (ungültiger) Informationen
-
"Freiheit den Daten" sollte gewährt sein, jeder soll seine Beiträge
einbringen dürfen,
außer wenn inhaltsabhängige Zugriffsrechte für
Veröffentlichung bzw. Auskunft (z.B. für das Management) erforderlich
sind
-
Zeitliche Freiräume zur Know-how-Pflege einräumen
-
Bonusregelungen für die Beiträge, die für ein neues Problem
genutzt ("recycled") wurden
-
Statistik: Abrufe der Seiten über einen Zeitraum, Veröffentlichung
von "Top-Hundred-Knowhows"
Beispiele
Sehen Sie sich mal die Tipps & Tricks-Sammlung von
http://www.tippscout.de/ (Stand 2003-08) mit zahlreichen Rubriken an.
Hier sind massenweise Tipps für alle Lebenslagen recherchierbar!
Einfach den gesuchten Begriff eingeben, Suche abschicken - und Sie finden
alle Einträge, die mit diesen Begriffen gespeichert wurden.
Microsoft stellt den Kunden gesammeltes Expertenwissen zur Verfügung.
Hier finden Sie Antworten zu bekannten Problemstellungen von Microsoft-Produkten.
http://search.microsoft.com/search/search.aspx?st=b&View=en-us
(englisch, Stand 2003-08)
http://support.microsoft.com/default.aspx?ln=DE&pr=kbinfo&
(deutsch, Stand 2003-08)
Begriffe: CKM,
CKO, KM, KMS,
Knowledge-Base, Knowledge-Management.
© Bernd Zimmermann 1997-2010 |