Netiquette Stand: 2010-05-13
Seit Knigge weiß man, dass man z.B. nicht ins Tischtuch schneuzt.
Das was Knigge für die Etikette ist, ist im Internet die Netiquette.
Hier finden Sie Anstandsregeln für den Umgang miteinander im Internet.
Netiquette für die virtuelle Kommunikation im Internet
Sie haben es mit Personen zu tun
Bei einigen Artikeln in Foren oder Newsgroups
oder auch in Inhalten von E-Mails hat
man das Gefühl, hier sitzt einer Zuhause vor seinem Rechner und lässt
so richtig "Dampf" ab, vergreift sich im Ton, ist beleidigend und unverschämt.Vergreifen
Sie sich nicht im Ton.
Faustregel für die persönliche Kommunikation (Chat, E-Mails):
Formulieren Sie so, als ob Sie der Person, der Sie schreiben, gegenüber
säßen.
Faustregel für die öffentliche Kommunikation in Foren, Newsgroups oder Sozialen Netzwerken:
Formulieren Sie so, als ob Ihr Chef Ihnen über die Schulter schauen würde.
Denken Sie daran, dass spezielle Suchmaschinen über Ihre E-Mail-Adresse
alle Artikel finden können (siehe "Google Groups" unter http://groups.google.com/, Stand 2010-05).
Damit kann alles, was Sie öffentlich ins Netz stellen, im Zweifelsfall gegen
Sie verwendet werden. Blamieren Sie sich nicht "weltweit".
Und wenn es erst einmal passiert ist, gelingt es meist nur mit hohem Aufwand solche Eintr&äuml;ge wieder löschen zu lassen.
Arbeitsrecht
Je nach Arbeitsvertrag dürfen Sie Ihre dienstliche E-Mail-Adresse und Internet-Zugang
nicht für private Zwecke nutzen.
Nicht dass der Datenschutzbeauftragte Ihrer Firma in geeigneten Suchmaschinen
folgendes findet:
Treffende Überschriften
Die "Subject-Zeile" einer Nachricht sollte möglichst viel über
den Inhalt verraten.
Also nicht "Verkaufe" sondern "Verkaufe 17" Notebook". So
kann z.B. ein Leser, der nach einem Computer schaut, schon an
der Überschrift erkennen, ob für ihn was dabei ist. Das spart
letztlich Zeit und Telefonkosten.
Fassen Sie sich kurz
Aufgeblähte Mails bzw. Artikel zu lesen kostet Zeit und strapaziert
die Geduld des Lesers. Eine zu lange Nachricht kann abschreckend wirken.
Im Extremfall wird sie erst gar nicht gelesen und direkt in den "Trash"-Ordner
(Papierkorb) befördert.
Deutsche Umlaute
... sollten Sie - zumindest für die internationale Kommunikation - wie in Kreuzworträtseln schreiben ('A' als 'Ae'oder
'ß' als 'ss'). Umlaute und Sonderzeichen können den Empfängern oder Lesern Schwierigkeiten bereiten
und erscheinen mitunter als Schmierzeichen wie '{,|,'}'.
Übertreiben Sie nicht mit "Signatures"
Signaturen (auch Unterschriften genannt), die automatisch hinter dem
Nachrichten-Text eingefügt werden, sollten möglich kurz sein.
Solange es sich um Angaben wie E-Mail-Adresse, Adresse, Telefon- /Faxnummer,
Adresse der Homepage handelt, wird sich keiner beschweren. Wenn die Signatur länger
als die eigentliche Nachricht ist, macht dies keinen guten Eindruck.
BCC (Blind Carbon Copy) sinnvoll nutzen
Bei mehreren Adressaten, die sich nicht gegenseitig kennen, auf jeden
Fall die Adressen ins BCC-Feld schreiben.
Nicht jeder ist begeistert, wenn seine Adresse ungefragt weiter gegeben
wird. Wenn man so Opfer von Werbemails oder Kettenbriefen wird, braucht
man sich nicht zu wundern.
Im folgenden Beispiel ging das Mail mit großem Verteiler an den falschen "Bernd Zimmermann" (ich bin kein Freimaurer!)
mit der Folge, dass der Absender damit über 20 andere Freimaurer gegen ihren Willen "outete"
und damit die freimaurerische Verschwiegenheitspflicht verletzte.
Ich habe allen geantwortet und auf das Sicherheitsproblem hingewiesen.
Wahrscheinlich haben die "lieben Brüder" dem Absender danach die Leviten gelesen.
Mit einem Blind-Copy wäre dies nicht passiert!
Kettenbriefe
Vermeindliche Virenwarnungen (Hoax )
oder fragwürdige Kettenbriefaktionen nicht weiter verteilen. Man macht
sich in der Regel nur unbeliebt. So mancher Mail-Server
ist von solchen Mail-Lawinen schon in die Knie gegangen.
Zeilenlängen beachten
Texte sollten eine Länge von 80 Zeichen pro Zeile nicht überschreiten.
Nicht alle E-Mail-Programme brechen den Text automatisch um.
Die Lesbarkeit von Texten verbessert sich, wenn man längere Sätze durch Zeilenumbrüche
(z.B. nach Kommas oder Sinnabschnitten) übersichtlicher macht.
Vertrauliche E-Mails
... sollten verschlüsselt werden (siehe PGP). Die E-Mail geht
vom Sender zum Empfänger über zahlreiche Rechner. Es bestehen
also genügend Möglichkeiten, dass die Informationen in falsche
Hände gelangen.
Keine Pseudonyme benutzen!
Derjenige, der in E-Mails oder Artikeln seine wahre Identität
hinter einem Pseudonym verbirgt, muss wohl selber etwas zu verbergen haben.
Gesetzliche Bestimmungen beachten
Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihrem Artikel keine Gesetze brechen.
Denken Sie auch an folgenden Effekt: Das, was im Land des Senders legal
ist, kann im Land des Empfängers durchaus illegal sein.
Ihre E-Mail oder Foren-Beiträge scheinen auf Sie zurück
Der Empfänger einer Nachricht wird auch zwischen den Zeilen lesen,
um sich ein Bild vom Absender zu machen.
Vermeiden Sie verbale Entgleisungen.
Achten Sie auf Rechtschreibfehler, Stil und klare Formulierung.
Heutige Mail-Programme enthalten bereits eine Rechtschreibprüfung.
Kleiner Tipp, wenn Ihr Mail-Programm keine Rechtschreibprüfung
hat:
Schreiben Sie die Nachricht mit Hilfe von Textverarbeitungsprogrammen
mit einer Rechtschreibprüfung und kopieren Sie anschließend
den Inhalt über die Zwischenablage in das Mailprogramm.
E-Mail Format beachten
E-Mails können als "nur Text" (ohne Formatierungsmöglichkeiten) oder auch im HTML-Format (mit Formatierungsmöglichkeiten)
versendet werden. Bei Microsoft Outlook zudem im RTF-Format.
Texte aus Microsoft Word oder aus dem Internet können Sie mitsamt der Formatierung ins Mail-Fenster über
die Zwischenablage kopieren.
Denken Sie immer an den Empfänger: Wenn dessen Mail-Programm hier
nicht kompatibel ist, hat er keine Freude an Ihrer Post.
Den meisten Ärger gibt es erfahrungsgemäß mit angehängten
Dateien beim Versenden zwischen unterschiedlichen E-Mail-Programmen. Diese
werden entweder gar nicht oder fehlerhaft (nicht lesbar) übertragen.
Antworten auf E-Mails bzw. Artikeln
Bevor Sie Ihre Antwort senden, lesen Sie nochmals die Nachricht, auf
die Sie sich beziehen.
-
Sind Sie keinem Missverständnis aufgesessen?
-
Ist Ihr Stil/Ton angemessen?
-
Haben Sie sich zu verbalen Attacken hinreißen lassen?
-
Haben Sie Korrektur gelesen?
-
Stimmt der "Subject"-Eintrag noch?
-
Sind die Empfänger-Adressen okay?
Abkürzungen in E-Mails bzw. Artikeln
Wenn Sie Abkürzungen verwenden, sollten diese der angeschriebenen
Person bzw. dem Personenkreis bekannt sein. Ansonsten sollten sie erklärt
werden. Siehe auch "Smilies und E-Mail-Kürzel".
Humor, Ironie und Sarkasmus
Ein ironischer Unterton ist aus einer Nachricht schwer heraus zu hören.
Wenn Sie dem Empfänger nicht bekannt sind, kann dieser Sie noch nicht
einschätzen. Abhilfe können hier Smilies bzw. Emoticons (von
emotion = Gefühl, icon = Symbol) bieten. Siehe auch "Smilies
und E-Mail-Kürzel".
Zitieren Sie bei Antworten
Wenn Sie auf E-Mails bzw. Artikel antworten, wird der ursprünglicheText
mit einer Markierung eingeblendet.
So können Sie z.B. Ihre Antwort direkt hinter die Frage des Absenders
einfügen. Das erspart Zeit und erleichtert die Übersicht. Unwichtiges
aus der ursprünglichen Nachricht sollten Sie löschen.
Speziell für Newsgroups (Usenet)
Machen Sie sich mit der Newsgroup vertraut
Informieren Sie sich, bevor Sie etwas senden, über Inhalte und
Konventionen (Abkürzungen, Umgangsformen).
Als "Newbie" (englisch für "Neuling") sollte man zuerst einmal
die Usenet-Foren news.announce.newusers
oder de.newusers anschauen, um festzustellen,
welche Newsgroup sich mit welchem Inhalt beschäftigt. Beiträge,
die inhaltlich in der falschen Newsgroup landen, sind bei den Anwendern
nicht gerade beliebt. Diejenigen, die das Thema verfehlen, werden schon
mal zur Ordnung gerufen!
Newsgroup-Artikel können weltweit abgerufen werden
Blamieren Sie sich also nicht "weltweit".
Vermeiden Sie es, persönliche Informationen (Adresse, Telefonnummer,E-Mail-Adresse,
Krankengeschichte etc.) über sich selbst oder andere zu veröffentlichen.
Informationen in falscher Hand können für die betreffenden Personen
zum Nachteil werden.
Newsgroups: "Du" oder "Sie"?
Die Mehrheit der Newsgroup-Teilnehmer hat nichts dagegen, mit "Du"angesprochen
zu werden.
Auf eine Nachricht, in der Sie oder die Teilnehmer einer Newsgroup"gesiezt"
werden, sollte man entsprechend antworten.
Zusammenfassung mailen!
Haben Sie Antworten auf Ihre Frage in einer Newsgroup bekommen, sollten
Sie andere davon profitieren lassen. Fassen Sie die erhaltenen Anworten möglichst
kurz zusammen. Dabei können die Namen der Autoren als Referenz angeben
werden.
Antworten Sie nicht unbedingt als "Follow-Up",
sondern als E-Mail
Überlegen Sie, ob Ihre Antwort für die Newsgroup interessant
ist oder ob es besser ist, dem Autor "nur" persönlich zu antworten.
Damit wird letztlich auch das Netz entlastet.
Bevor Sie dennoch ein Follow-Up an eine Newsgroup schicken, lesen Sie
alle anderen Artikel in der Newsgroup. Damit gehen Sie sicher, dass das,
was Sie sagen wollen, nicht schon von jemand anderem gesagt wurde. Wenn
ja, wiederholen Sie es nicht.
Newsgroups: Wen wollen Sie ansprechen
Bevor Sie einen Artikel veröffentlichen, überlegen Sie, wen
Sie mit Ihrem Artikel erreichen wollen. Versuchen Sie das angemessenste
Publikum zu finden, d.h. eine Newsgroup mit passendem Thema.
Wenn Sie ein Auto verkaufen wollen oder eine Wohnung suchen, versuchen
Sie lokale Newsgroups zu finden: Eine deutsche Newsgroup wie de.markt.comp
statt einer entsprechenden internationale wie market.comp)
Wählen Sie eine treffende Überschrift: "Raum Nuernberg: 2Zi.-Wohnung
gesucht".
Vermeiden Sie "Crosspostings"
So wie Sie Mails an mehrere Empfänger senden können, können
Artikel auch an mehrere Newsgroups versendet werden. Das sollten Sie nur
machen, wenn Sie sicher sind, dass der Artikel in allen Newsgroups auch
gut aufgehoben ist.
Einige Firmen missbrauchen leider immer wieder Newsgroups, um hier
ihre Werbung (siehe Spam) abzuladen.
Header-Felder prüfen, bevor Sie ein Follow-Up schicken
Damit verhindern Sie, dass die Antwort an Empfänger oder Newsgroups
'gepostet' wird, zu denen sie eigentlich nicht hingehört.
Senden von Test-Artikeln
Bevor Sie Leser einer Newsgroup mit Test-Artikeln nerven, nutzen Sie
lieber spezielle Test-Newsgroups (z.B. de.test).
Werbe-E-Mails
Werbe-E-Mails, die in Foren oder Newsgroups auftauchen, sollten zumindest etwas
mit dem dortigen Themenkreis zu tun haben, sind aber in der Regel unerwünscht.
Firmen, die Werbung "wahllos"
in mehrere Foren/Newsgroups mailen und sogar vor Gästerbüchern nicht halt machen, machen sich unbeliebt. Diese Junk-Mails
belasten die Netze, die Geduld und den Geldbeutel der Leser.
Ein anderer Effekt kann eintreten: Sie werden selber Empfänger von
Werbe-E-Mails, weil Ihre E-Mail-Adresse in einer Newsgroup gefunden wurde.
In Internetforen oder sozialen Netzwerken, erscheint man in der Regel mit seinem Anmeldenamen.
Die E-Mail-Adresse wird nicht gezeigt, es sei denn man lässt dies zu, sofern dies einstellbar ist.
Achten Sie auf Urheberrechts- und Lizenzbestimmungen
Verschicken Sie keine Informationen in Text und Bild oder Software,
worauf Sie keine Urheberrechte besitzen.
Wenn Sie selber die Urheberrechte besitzen, machen Sie dies kenntlich.
Sonst könnten Ihre "Informationen" dann zu öffentlichem Eigentum werden.
Geben Sie Ihre Quellen an
Wenn Sie sich der Information anderer bedienen, sollten Sie so fair
sein, in Ihren Nachrichten auch Ihre Quellen zu nennen. Sie wollen sich
ja nicht mit fremden Federn schmücken.
Verschlüsseln von "brisanten" Inhalten
Um zufälliges Lesen von Nachrichten zu verhindern, sollte man
sie verschlüsseln. Eine einfache Methode Texte zu verschlüsseln ist, jeden Buchstaben des Alphabets um 13 Zeichen zu rotieren (aus einem
"a" wird ein "n").
Diese Methode ist im Internet als "ROT13"
bekannt. Bei solchen Nachrichten sollte "ROT13" in der Subject-Zeile vorkommen.
Viele Mail-Programme bieten die Möglichkeit, "ROT13" zu ver- und
entschlüsseln.
Machen Sie Lösungen oder Pointen kenntlich
Wenn Sie in Foren oder einer Newsgroup z.B. den entscheidenen Tipp zur Lösung
eines Computerspiels geben, sollten Sie die entscheidende Passage verschlüsseln
(siehe ROT13) oder die Lösung als Text-Datei anfügen. Sonst könnten
sie schnell zum Spielverderber werden, wenn einer versehentlich Ihre Nachricht
liest. Dann hat er keine Möglichkeit mehr, alleine auf die Lösung
zu kommen.
Nicht über Rechtschreibfehler anderer herziehen
Wenn Sie nach Schulmeisterart über Rechtschreibfehler anderer
herziehen, machen Sie sich nicht unbedingt beliebt, besonders dann, wenn
Sie dies öffentlich im Internet tun. Auch sollte man diejenigen
bewundern, die Nachrichten nicht in ihrer Muttersprache verfassen. Trauen
Sie sich mit Ihrem Schulenglisch, an eine englische Newsgroup einen ausführlichen
Artikel zu schreiben? Aus eigener Erfahrung weiß man ja, wie schnell
sich Fehler einschleichen: Hier die Nachbartaste erwischt, da ein Buchstabendreher
oder mal wieder ein Komma vergessen.
Weitere "Regeln", amüsant zu lesen (Vorsicht Satire!), finden
Sie unter:
Goldene Regeln für
schlechte E-Mails
http://www.kasper-online.de/goldmail/goldmail.htm
(Stand 2010-05)
©
Bernd Zimmermann 1997-2010 |