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Urheberrecht / Copyright  Stand: 2012-03-11

Nie war es so leicht möglich, Inhalte zu kopieren und sie für eigene Zwecke einzusetzen. Bei digitalisierten Inhalten gibt es keine Verluste wie beim Fotokopieren oder beim Kopieren von analogen Tonträgern (Cassette, Schallplatte, VHS-Videos).
Noch leichter als im Internet weltweit Inhalte zu publizieren, kann man sich "bedienen":
 
* Sie markieren eine Textpassage auf einer Internetseite und "schwupps" ist sie per Copy&Paste in die eigene Textdatei kopiert. Nicht einmal abtippen braucht man den Text.
* Bilder, Audio- und Video-Dateien etc. lassen sich schnell per Mausklick und "Speichern unter" auf die eigene Festplatte speichern.
* Beliebter "Sport", nicht nur unter Schülern: Einer kauft sich eine Musik-CD und brennt weitere Kopien auf CD für seine Freunde. Oder man wandelt die Daten um, und stellt sie im hochkomprimierten MP3 Format ohne spürbare Qualitätsverluste weltweit im Internet in Tauschbörsen zum Downloaden bereit.

Das Internet ist aber trotz seinen anarchistischen Zügen kein rechtsfreier Raum!
Auch hier gelten Urheberrechte. Einige Gesetze bedürfen zwar noch der Renovierung, weil das relativ neue Medium Internet seine Besonderheiten hat. Wichtig ist auch, eine weltweite Harmonisierung (da weltweites Medium) beim Schutz von Urheberrechten zu erreichen.

So gilt in Deutschland seit dem 13. September 2003  das neue Urheberrecht. 
Es wurde erweitert um das "Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft":
* Strafbar macht sich wer - ganz gleich ob gewerblich oder privat, entgeltlich oder unentgeltlich Daten - wie Musik, Filme, Software oder Computerspiele - im Internet zum Download anbietet und verbreitet, ohne hierzu berechtigt zu sein.
* Das Knacken oder Umgehen eines Kopierschutzes (z.B. von PC-Spielen, Musik-CDs oder Video-DVDs) ist verboten. Das gilt auch für private Kopien für den eigenen Gebrauch oder den engsten Familien- und Freundeskreis. Wer trotzdem einen Kopierschutz umgeht, macht sich laut Gesetz zwar nicht strafbar, muss aber mit Schadensersatzforderungen der Rechte-Inhaber rechnen.
* "Anti-Kopierschutz"-Programme oder -Geräte dürfen laut Gesetz nicht mehr verkauft werden.
* Auch dürfen keine Privatkopien aus "offensichtlich illegalen Quellen" angefertigt werden. Damit sind vor allem Tauschbörsen und Peer-to-Peer-Dienste (wie eDonkey, Morpheus oder KaZaA) im Internet gemeint, die zig-tausendfach Musik- und Filmtitel und Software zum kostenlosen Download anbieten. 

 
  • Urheber eines Werkes ist laut dem Urheberrechtsgesetz in Deutschland und Österreich derjenige, der es geschaffen hat.
  • Damit genießt er den vollen Schutz des Urheberrechts.
  • Anders als in den angloamerikanischen Ländern, wo die Urheberschaft durch Eintragung in ein Copyright-Register dokumentiert werden muss, ist eine besondere Registrierung dazu in Deutschland und Österreich nicht nötig. 
  • Wenn Sie ein Werk veröffentlichen, sollten Sie auf jeden Fall mit einem Copyright-Vermerk auf Ihre Rechte hinweisen.
Tipp: Wenn der Urheberrechtsstreit dann da ist, ist man in der Pflicht nachzuweisen, dass man auch Urheber ist. Das ist nicht immer ganz trivial! Wer für diesen Fall vorgesorgt hat, hat sein Werk an bei einer unabhängigen Stelle (Notare, Anwalte) hinterlegt. 
Im digitalen Zeitalter können Bilder, Videos, Musikstücke, Konstruktionspläne, Programme Scripte, Buchinhalte, Inhalte ganzer Web-Sites als Archiv (ZIP) und Anderes als Datei(en) hinterlegt werden.
Bei dieser Firma können Sie sogar online Ihr Werk notariell hinterlegen. Nach dem Upload erhalten Sie ein Zeugnis von unabhängiger Stelle über den Zeitpunkt der Existenz, die Art und den Umfang Ihres Werks: 
Internetadresse: http://www.priormart.com/de (Stand 2012-02) 

Auch der WWW-Kurs ist notariell hinterlegt:
Schutzsiegel Copyright Ideenschutz


Hier als Beispiel ein besonders dreister Fall von mehrfacher Verletzung des Urheberrechts
Herr D., nach eigenen Angaben freiberuflicher Dozent einer Computerfirma und einer Handelskammer in der Eifel, bediente sich der Download-Version dieses Kurses. 
* Er entfernte ursprüngliche Copyrightvermerke bzw. Hinweise auf den Urheber. 
Er schmückte sich mit fremden Federn: Unter dem Link "Über den Autor" erschienen seine Adresse und Telefonnummer. 
* Er änderte auf allen Kurs-Seiten den Seitenkopf (eigene Logos, Links und E-Mail-Adresse), wobei die Inhalte im wesentlichen unverändert übernommen wurden.
* "Seine" Version wurde unerlaubt über einen öffentlich zugänglichen WWW-Server des Fachbereichs Informatik (vom Steuerzahler bezahlt) einer Universität vorgehalten.
* Außerdem wurden unerlaubte Kopien auf CD an die Teilnehmer des Kurses weitergegeben. 

So sah es aus (Namen unkenntlich gemacht, mittlerweile vom Netz genommen): 

Dem Autor dieses Piratenstückes fehlte es an Unrechtsbewußtsein. Immerhin habe auch er in seine Kurs-Version einiges an Arbeit investieren müssen (wie "Anpassen" der Seitenköpfe). 
 
Noch ein Kursklauer:
Auch Herr H.-G. V. aus Mittelfranken bediente sich.
Auf den Webseiten seines "jungen und kundenorientierten Dienstleistungsunternehmens" fand sich das komplette Glossar und Bildmaterial des Kurses, wo lediglich Hinweise auf die Urheberschaft verschleiert wurden. 
Da "Ohne gute und professionelle Beratung" "heute niemand mehr seine Dienste und Erfahrungen zur Profession machen" kann, versuchte er so Kompetenz in Sachen Internet zu zeigen. 
Sein Kommentar zur Verletzung der Urheberrechte: "Das muss man relativ sehen!"

Was ist urheberrechtlich auf Web-Seiten schützbar?
* Texte, Bilder, Grafiken, Audio- und Videodateien, Scripte nach § 75 UrhG
* Internet-Angebote, die als Datenbanken genutzt werden (z.B. Online-Wörterbücher, Rezeptsammlungen),
* Design (Gestaltung) von Internet-Seiten, 
* Aufbau, Navigation der Internet-Seiten untereinander.

Firmenmarken, Geschäftsbezeichnungen und Logos
* dürfen auf den eigenen Web-Seiten verwendet werden,
* dürfen aber nicht für eigene Zwecke mißbraucht werden.
* Bei der Wiedergabe von Firmenmarken kann deren Inhaber auf ein zusätzliches Registrierungszeichen wie ™, ® oder © bestehen. 
 
Keine Probleme hat man, wenn man entweder selber Urheber aller genannten Elemente ist oder die Genehmigung des Urhebers vorliegen hat. Denn auch eine unbeabsichtige Verletzung der Urheberrechte kann Klagen auf Schadenersatz oder sogar eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.  Beispiel:
Ein begeisteter Sammler von Überraschungseiern erstellt privat in monatelanger Kleinarbeit einen Katalog mit detaillierten Angaben zu allen Figuren, den er  ins Internet stellt, damit andere Sammler auch davon profitieren können. Er verdient damit keine Mark, sondern höchstens Anerkennung in Sammlerkreisen. Darum ist er überrascht, als er von der Firma Ferrero eine Abmahnung erhält, weil er deren Logos, Bildmaterial (wie gescannte Beipackzettel),  ohne Einverständnis in seinem Angebot verwendet hat. 
Anderen Firmen ist es sogar recht, wenn auf diese Weise umsonst Werbung für die eigenen Produkte gemacht wird.

Rechte des Autors nach dem deutschen Urheber-Gesetz (UrhG):
Er bestimmt,
* ob seine Werke veröffentlicht werden dürfen, 
(Dies gilt auch für private E-Mails und Beiträge aus geschlossenen Newsgruppen. Diese müssen von den Autoren zur Veröffentlichung genehmigt werden)
* in welcher Art und Weise sie veröffentlicht werden, 
* in welchem Umfang sie veröffentlicht werden, 
* den Zeitpunkt bzw. Zeitbereich der Veröffentlichung (§ 32 UrhG),
(Nutzungsrechte können auch räumlich beschränkt sein. So können Buchverlage, mit Vertriebsrechten für ein Land,  Probleme mit ihren Autoren (Urhebern) bekommen, wenn die Bücher über Internet-Buchhandlungen weltweit vertrieben werden können) 
* ob als Name des Urhebers sein richtiger Name oder ein Pseudonym erscheint.
* Er darf wirtschaftliche Vorteile aus jeder Verwertung (Vervielfältigung, Vortrag, Aufführung, Vorführung) seiner Werke durch Dritte ziehen.
(Deshalb verlange ich als Autor dieses Kurses Lizenzgebühren für seine kommerzielle Nutzung, denn ein Unternehmen kann Onlinekosten sparen, indem es das Download dieses Kurses ins Firmennetz stellt)

Ein Werk ist urheberrechtlich schutzfähig wenn 
* es sich durch individuelle Merkmale von anderen unterscheidet,
* es nicht von trivialer Natur ist,
* es sich um ein Original handelt,
* es von einer Person geschaffen wurde, 
* es einen gewissen Umfang aufweist. Ein simple einseitige Homepage dürfte diese Bedingungen nicht erfüllen.

Wenn Urheberrechte verletzt wurden,
* kann der Autor eine Frist setzen, weitere Veröffentlichung zu unterlassen,
* kann ein Betrag (z.B. für entgangene Lizenzgebühren) eingeklagt werden,
* kann Schadensersatz verlangt werden,
* kann sogar eine Strafanzeige gestellt werden, wenn weiterhin Urheberrechte verletzt werden, 
* kann es letztlich zu einem Gerichtsverfahren kommen.
Über die Erfolgsaussichten sollte man sich jedoch zuvor von fachkundigen Anwälten beraten lassen. Sonst stehen Verfahrenskosten, die aufgewendete Zeit und die strapazierten Nerven in keinem gesunden Verhältnis zum möglichen Gewinn aus der Angelegenheit.

Hier einige Grundsätze zur Orientierung: 
Hinweis: Es handelt sich um keine "juristisch wasserdichten" Formulierungen, da es immer Sonderregelungen, unterschiedliche Auslegungen, Ausnahmen und Hintertürchen gibt.
* Es wird das Urheberrecht des "Tatortes" angewandt. Es kann also rechtliche Unterschiede geben, ob eine Internetseite in Deutschland (es gilt das UrhG) oder die selbe Seite in Timbuktu kopiert wird. 
* Schon die Anzeige von Internet-Inhalten im Browserfenster ist eine (allerdings nicht  dauerhafte) Vervielfältigung, die aber für die private, berufliche und sogar erwerbswirtschaftliche Verwendung (in einem bestimmten Rahmen) zulässig ist. Rechtlich problematisch sind hier Internet-Cafés (§ 52 UrhG).
* Zu privaten Zwecken darf ein Download von Internet-Seiten erfolgen, sofern die Inhalte nur gelesen, nicht aber für eigene Zwecke (z.B. für eine Web-Seite) verwendet werden. 
* Zur Entlastung des Internets bzw. zum schnellen Laden werden Zwischenspeicherungen auf Proxy-Servern bzw. im Cachespeicher (Festplatte, Arbeitsspeicher) vorgenommen. Solche Kopien sind nach § 53 UrhG für den privaten Gebrauch gestattet.
Derjenige, der selber im Internet publiziert, akzeptiert diese Möglichkeit.
* Die Verbreitung von heruntergeladenen Internet-Inhalten bzw. die Verwendung z.B. für eigene Web-Seiten muss vom Urheber bzw. Rechtsinhaber genehmigt werden.
* Werden Internet-Inhalte in eigenen Worten neu formuliert, dürfen sie wiederum veröffentlicht werden. 
* Zitieren aus fremden Werken ist möglich, wenn Urheber und Quelle genannt werden (§ 63 UrhG). 
* Gemeinfreie Inhalte dürfen beliebig vervielfältigt, bearbeitet, veröffentlicht etc. werden. Dazu gehören: 
* Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen und andere amtliche (nicht für den innerdienstlichen Gebrauch bestimmte) Dokumente,
* Werke von Autoren, wenn 70 Jahren nach deren Tod kein urheberrechtlicher Schutz mehr besteht und gleichzeitig auch kein besonderer Schutz als Sammelwerk (§ 4 UrhG) geltend gemacht werden kann.
* Das Recht des Abgebildeten an Personenfotos endet schon 10 Jahre nach seinem Tod. 

* Ein Buch ist eine körperliche Kopie eines Werkes (Vervielfältigungsstück).
Sind Inhalte eines Buches via Internet abrufbar, handelt es sich um eine unkörperliche Veröffentlichung.
Das führt bei der momentanen Gesetzgebung immer wieder zu Problemen bei der Auslegung des UrhG.
* Ein Link auf einer Web-Seite ist urheberrechtlich nicht relevant. Links werden auch nicht wie Zitate gewertet. Daher darf ungefragt auf fremde Inhalte verlinkt werden.
Umfangreiche Linksammlungen hingegen können jedoch den Schutz als Datenbank genießen.
* Werden fremde Internetinhalte in eigene Frames "entführt" (siehe Kurs-Seite "Frametechnik"), ist der Urheber nicht immer erkennbar. Wenn so "die fremde Urheberschaft geleugnet wird", liegt ein Verstoß gegen § 13 UrhG vor.
Daher empfiehlt es sich, Web-Seiten immer mit Kopf- und Fußbereichen samt Copyright-Vermerken zu erstellen.
* Werden Web-Seiten durch einen Dienstleister erstellt, ist dieser formell der Urheber. Andererseits erwarten Sie, dass das Ergebnis frei von Urheberrechten Dritter ist. Sichern Sie sich deshalb bei der Auftragsvergabe vertraglich mit entsprechenden Klauseln ab. 
* Übrigens: 
Auch wenn Sie einen Fotografen für Auftragsarbeiten bezahlt haben, behält er das Urheberrecht an den Fotoarbeiten. Nach §29 UrhG kann das Urheberrecht mit Ausnahme erbrechtlicher Regelungen nicht übertragen werden.
Nutzungsrechte hingegen können übertragen werden, die sich z.B. aus dem Auftrag ergeben und in deren Rahmen Sie die Aufnahmen verwenden. Ihr eigenes Passbild dürfen sie hingegen ungefragt ins Internet stellen. Es besitzt i.d.R. keine ausreichende Gestaltungshöhe, die für eine geistig-schöpferischen Leistung Vorausetzung ist, und ist daher nicht geschützt. Anders sieht es übrigens schon wieder mit sog. "Bewerbungsfotos" aus. Fragen Sie Ihren Fotografen, um Missverständnisse zu vermeiden. 

Weitere Quellen zum Thema Urheberrecht (Stand 2005-06):
DE UrhG - Das deutsche Urheberrechtsgesetz: http://www.internet4jurists.at/gesetze/bg_urhg_inhalt01.htm
AT Internet4Jurists, Das österreichiche Urheberrechtsgesetz: http://www.internet4jurists.at/urh-marken/urh01.htm
CH Das Schweizer Urheberrechtsgesetz (URG): http://www.admin.ch/ch/d/sr/c231_1.html
Online Magazin "infoquelle": http://www.infoquelle.de/Recht/Online_Recht/Urheberrechte.htm
Urheberrecht in der digitalen Welt - Musik, Video, Filme, Bilder, Texte, Software, Tauschbörsen, MP3, CD, DVD: http://www.irights.info/

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