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Wer bietet was und warum im Web?
Stand: 2011-03-01
Wer keine E-Mail-Adresse hat oder keine
Homepage im Internet hat muss fast schon als medialer Analphabet gelten.
Im Internet darf bzw. muss sich jeder tummeln, ob als Firma, Universität,
Privatmann, Verein oder irgendeine andere Institution.
Für Firmen ist das Internet
aus vielen Gründen ein interessantes Medium.
Werbung: Für das, was eine
Werbeminute im Fernsehen kostet, kann eine sehr lange Zeit ein Web-Server
betrieben werden. Außerdem können die Inhalte weltweit empfangen
(abgerufen) werden.
Service: Auch die Kundenbetreuung
kann rationeller organisiert werden: Oft gestellte Fragen (FAQ)
werden nicht zum 1000sten-mal von einem Hotline-Mitarbeiter beantwortet,
sondern können abgerufen werden.
Suchmaschinen helfen das Richtige zu finden. Um z.B. an eine aktuelle
Treiber-Software zu gelangen oder ein Update zu erhalten, braucht kein
CD mit hohen Kosten verschickt zu werden. Der Anwender lädt die Dateien
einfach über das Internet auf den eigenen Rechner ab und kann sofort
installieren. Auch Handbücher gibt es elektronisch.
Ein größeres Unternehmen ohne Internet-Präsenz ist
"mega-out" und hat den Anschluss verpasst.
Der Aufwand, den die Firmen betreiben, ist unterschiedlich. Die einen
haben nur eine Seite mit den üblichen Daten wie Adresse, Telefon,
Fax-Nummer und kurzer Beschreibung, die anderen bieten einen kompletten
Produktkatalog samt Online-Shop.
Damit die eigenen Seiten auch besucht werden, lässt man sich was
einfallen: Download von Shareware oder Gratissoftware, Auskunftsyteme und
Dienste unterschiedlichster Art, Preisausschreiben, Kundenbefragungen,
Tipps und Tricks, Links etc. (siehe auch Benefitting).
Man kann auch Surfer auf die eigenen Inhalte locken, indem man Seiten
für bestimmte Personengruppen erstellt, deren Neugierde weckt, damit
sie dann bestimmten Links folgen:
Kleines Beispiel, aber nur für Leute mit fragwürdigem Humor!
(Auf der Folgeseite dann auf Diskette achten!): http://www.www-kurs.de/kentucky/.
Viele Internetdienste werden über Firmenwerbung finanziert. Je
öfter eine Seite aufgerufen wird, desto interessanter wird sie für
die werbende Firma. Was im Fernsehen die Einschaltquote ist, ist im Internet
die Zahl der Aufrufe einer Seite.
Für viele Firmen ist das Internet gleichzeitig auch die Geschäftsgrundlage,
weil sie damit ihr Geld verdienen.
Dazu gehören alle Formen des E-Commerce,
also die elektronische Vermarktung und der Handel von Waren und Dienstleistungen
über elektronische Medien. Mit dem Internet sind auch ganz neue Formen
von Dienstleistungen und Geschäftsideen entstanden.
Hierzu siehe auch V-Commerce,
E-Consulting,
E-Publishing,
Telebanking
und Teleshopping bzw. die Kurs-Seiten
"E-Shopping im Internet".
Staatliche Einrichtungen bieten
Informationen, Aufklärungsmaterial und (Online-)Dienstleistungen für
die Bürger.
Für Politiker und Parteien
ist es ein Muss im Internet vertreten sein.
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Für den jeweiligen politischen Gegner
ist es ein gefundenes Fressen, wenn sich ein Politiker der anderen Partei
(unfreiwillig) blamiert.
Hier ein Beispiel:
Januar 2011: Ausgerechnet der Sohn eines erzkonservativen Ministers
präsentiert sich auf YouTube als
"Pornogangster-Rapper", so taufte ihn die jedenfalls die Presse.
Selbst wenn man es schafft, dass Youtube die Peinlichkeit aus dem Netz
nimmt, tauchen mit Sicherheit Kopien an anderer Stelle wieder auf.
Dazu zahlreiche Kommentare und Berichte auf Webseiten von Nachrichtenangeboten
und Zeitungen.
Eine Internetseite sperren oder löschen zu lassen ist aufwendig
oder gar unmöglich. Man kann nichts rückgängig machen. Das
Internet vergisst nichts.
Im Beispiel fand man sogar u.a. auf einem arabischen (!) Server ein
Video mit dem Bild des Vaters und dem Rapp-Song des Sohnes im Hintergrund.
Dazu Kommentare wie "Dies steht allerdings im Wiederspruch
zu den moralischen Grundsätzen der [Partei]".
Nur ein paar Wochen später erklärte der Bundesminister der
Verteidigung, Mitglied der gleichen Partei, am 1. März 2011 den Rücktritt
von allen politischen Ämtern. Ihm konnte mit Hilfe des Internets nachgewiesen
werden, dass seine Doktorarbeit ein Plagiat ist. Ohne Angaben der Quellen
wurden beim Erstellen dieser Arbeit Passagen anderer Autoren im erheblichen
Umfang einkopiert. Ebenfalls mit Hilfe des Internets.
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... und natürlich der Privatmann.
Viele stellen ihre eigene Homepage ins Internet. Dazu muss man nicht
unbedingt Computerfreak sein (siehe Homepage erstellen).
Dass eigene Inhalte international zugänglich sind, ist schon beeindruckend.
wie Wie die Telefonnummer gehören auch E-Mail-Adresse und Adresse
der Homepage auf die Visitenkarte.
Viele veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Hobbys oder Sammelleidenschaft
oder schaffen Foren zu einem bestimmten Thema. Weiterhin findet man Tipps
für alle möglichen Lebenslagen, Sammlungen von Links
zu bestimmten Themenbereichen, Preislisten, Tipps- und Tricks u.v.a. mehr.
Bilder von sich und der Familie können auch vom Onkel in Amerika
angesehen werden.
Die Bandbreite der Qualität der Inhalte geht von banal bis hochinteressant,
von dilettantisch bis professionell.
Einige haben auch den Hang, sich zu profilieren oder (unfreiwillig)
zu blamieren.
Städte und Gemeinden haben
natürlich auch das Anliegen, ihren Ort zu präsentieren. Einige
bieten ihren Einwohnern Informationen und Serviceleistungen. Kurstädte
oder Fremdenverkehrsorte können auf sich aufmerksam machen. Hinter
einem Server mit dem Namen einer Stadt können natürlich auch
kommerzielle Anbieter stehen.
Beispiel: http://www.berlin.de
im Vergleich zu http://www.berlin.com
(Stand 2011-01).
Da sich keiner freiwillig seitenweise Werbung ansieht, muss dem Informationssuchenden
etwas geboten werden. Dies könnten aktuelle Veranstaltungskalender,
Kleinanzeigenseiten, Stadtpläne, Informationen aus dem Rathaus, Befragungen,
Gewinnspiele etc. sein.
Die beliebten "Sozialen Netzwerke",
kennen die ihre Mitglieder besser als alle anderen.
Diese Dienste finanzieren sich über Werbeeinnahmen.
Aus den Profilen ihrer Mitglieder (Alter, Geschlecht, Hobbies, Interessen,
etc.) können sie für andere Firmen gezielte Informationen für
Werbezwecke zur Verfügung stellen.
Leider auch Negatives wie Spammer
die millionenfach Tag für Tag mit ihren Werbe-Mails die Postfächer
von millionen Internet-Nutzern zumüllen.
Siehe Kurs-Seite "Spam-Mails" oder "Gefahren
und Nepp im Internet".
Außerdem, als zweite Geisel des Internets, die Lawinen von virenverseuchten
E-Mails. Siehe Kurs-Seite Schutz
vor Viren.
Universitäten stellen Forschungsergebnisse,
wissenschaftliche Daten, Projekte, Kontaktadressen etc. im Internet bereit.
Die Daten können so weltweit abgerufen werden. Oft kann auch auf Ergebnisse
anderer zurückgegriffen werden, d.h. das Rad muss nicht nochmal erfunden
(d.h. erforscht) werden.
... und dann gibt es noch Leute, die sich Nächte um die Ohren hauen,
um solche Kurse wie diesen in die Welt zu setzen, in der stillen Hoffnung,
dass es andere interessieren könnte. ;-)
© Bernd Zimmermann 1997-2012 |